Mal eben einen schönen Tag auf dem Wasser verbringen, ist für uns kein Problem. Denn die Lahn ist einen Katzensprung entfernt und unsere acht Kanus sind ständig einsatzbereit. Dennoch starteten wir diesmal mit reichlich Skepsis, denn die allgemeine Trockenheit, die ja bereits den Schiffsverkehr auf dem Rhein nahezu zum Erliegen brachte, versprach recht schwierige Paddelbedingungen.
Dann kam es aber doch besser als gedacht, denn nur auf einer Etappe von ca. 3 Km war das Wasser nicht durch ein Wehr aufgestaut, sodass diejenigen, die keine Fahrrinne fanden, leider das Boot verlassen und ein Stück schieben mussten.
So konnten wir gemütlich flussabwärts schippern, viele Fischreiher beobachten, wieder mal eine große Wasserschildkröte, die eigentlich hier gar nicht hingehört, beim Sonnenbaden antreffen und dem eigenen Hitzetod durch einen Sprung ins Wasser vorbeugen.
Zum Abschluss wurden schließlich alle Boote zu einem Block zusammengebunden und gemeinsam Bananen, Äpfel, Nektarinen und Melonen für einen Obstsalat geschnippelt während sich die Boote langsam zur Ausstiegstelle bewegten. Gut, dass dieser Imbiss recht kinderfreundlich ausfiel und offensichtlich durch das angekündigte „Carpaccio vom Lahn-Krokodil auf gehobeltem Handkäse“ ersetzt wurde.
Zugegeben, der Lagertitel „juBULAeum“ ist etwas gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht jedem leicht über die Lippen gehen. Angesichts des Anlasses wird man dies aber verschmerzen können. Denn das Bundeslager (BULA) 2026 findet genau in dem Jahr statt, in dem sich die Gründung unseres Verbandes zum 50. Mal jährt, der 1976 aus einer Fusion der beiden Verbände „Bund der Pfadfinder“ und Bund Deutscher Pfadfinderinnen“ hervorging.
Wie bei allen bisherigen Bundeslagern, die in der Regel alle vier Jahre stattfinden, trafen sich mehrere Tausend Pfadfinderinnen und Pfadfinder sowie viele internationale Gastgruppen, um 10 Tage Gemeinschaft, Herausforderungen und Abenteuer zu erleben.
Eine wirkliche Herausforderung waren diesmal zweifellos die Hitze, Trockenheit und der Staub, die auch vor dem nordhessischen Immenhausen – dem Bundeszentrum unseres Verbandes – nicht halt machten. Dennoch konnte diese die Lust auf vielfältige Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten nicht wesentlich schmälern. Denn bei einer Zusammenkunft von ca. 6000 jungen Leuten aus vielen deutschen und ausländischen Gruppen rangiert das Kreativitätspotenzial erfahrungsgemäß auf einem hohen Level, so dass Phasen der Langeweile eher Seltenheitswert haben.
Normalerweise haben Eltern bei den Pfadfindern nichts zu suchen. Denn der Reiz des Pfadfindens besteht für Kinder und Jugendliche ja gerade darin, für eine gewisse Zeit der elterlichen Aufsicht entzogen zu sein und die eigenen Angelegenheiten selbst oder mit Freunden gemeinsam zu regeln. Das gilt insbesondere für Fahrten und Lager, bei denen nicht nur Abenteuer und Erlebnisse hinter jeder Ecke lauern, sondern das selbständige Entscheiden und Handeln eine ständige Herausforderung darstellt – ebenso wie das Verkraften von Misserfolgen.
Gleichwohl wollten wir den Eltern einmal Gelegenheit geben, Pfadfinderluft zu schnuppern und dabei einen kleinen Einblick in den Alltag des Gruppenlebens zu gewinnen. Feuer, Wandern, Kennenlernen, Spielen und Zusammenarbeit standen daher im Zentrum eines Familientages, der auf dem Badeplatz veranstaltet wurde. Wer auf eine erholsame Zeit auf dem idyllischen Naturgelände gehofft hatte, wurde recht schnell enttäuscht. Denn nach einem Kennenlernspiel, damit auch die Eltern untereinander wussten, mit wem sie es zu tun haben, wurden mehrere Gruppen gebildet und mit einer Landkarte ausgerüstet. Eine darauf markierte Strecke von ca. sechs Kilometern sollte absolviert und dabei mehrere Stationen angelaufen werden. Letztere hielten vor allem Kooperationsspiele bereit, die nicht nur die Fähigkeit zur Zusammenarbeit herausforderten, sondern ebenso Geschicklichkeit, Kreativität und körperliche Fitness voraussetzten. Nachdem auch jene Gruppe wieder am Badeplatz eintraf, die sich heillos verlaufen hatte, konnte auch der entspannende Teil des Treffens beginnen. Während sich einerseits Gesprächsgrüppchen bildeten oder am Bach gespielt wurde, versuchten andere, ihr Stockbrot am Feuer zu backen.
Schnell vergangen sind die letzten 25 Jahre, in denen der Stamm bis zu seinem heutigen Erscheinungsbild aufgebaut wurde. Jedoch ist in dieser Zeit eine Menge passiert. Das betrifft nicht nur die Anschaffung einer respektablen Ausrüstung für Fahrten, Lager und das Kanufahren, sondern auch die Ausstattung für vielfältige handwerkliche Tätigkeiten wie das Schmieden und Steinmetzen oder die Verarbeitung von Wolle. Profilbildend für die Gruppe sind nicht zuletzt die vielen durchgeführten Umweltprojekte, die uns neben unserer Kinderimkerei teils temporär teils dauerhaft in Atem halten.
Vor allem freuen wir uns, dass wir mit dem alten Badeplatz des Dorfes ein naturnahes Domizil gefunden haben, das wir nach unseren Vorstelllungen entwickeln konnten, und dass es uns vor 15 Jahren mit einem recht hohen finanziellen Risiko gelungen ist, mit einem weitgehend ökologischen Häuschen einen Unterschlupf für die Gruppentreffen in den Wintermonaten zu bauen.
Was den Stamm Wikinger ausmacht, lässt sich leicht beim Surfen durch unsere Homepage erschließen. Wer es eher analog mag, besucht uns am 20. September am Badeplatz. Im Rahmen unserer Jubiläumsfeier, die an diesem Sonntag den Abschluss unseres Herbstlagers bildet, werden so einige Aktivitäten zu besichtigen sein.
Den Weg ins Wohngebiet „Steiner Berg“ überquerten offenbar alljährlich viele Kröten, die in größeren Mengen dem nächtlichen Autoverkehr zum Opfer fielen. Diese im Dorf bislang weitgehend unbemerkte Tatsache wurde uns von einem Anwohner unlängst angetragen, woraus die Idee für ein neues Umweltprojekt entstand. Nach entsprechenden Recherchen zur Informationsgewinnung und Kontakt zum Klimamanager der Gemeinde sowie dem NABU hatte sich die Sippe Dovendyr bereit erklärt, einen vom NABU bereitgestellten Krötenschutzzaun aufzuspannen und die notwendigen Fangeimer einzugraben.
Der 150 Meter lange Zaun soll nun dazu beitragen, dass die Kröten vom Betreten der Straße gehindert werden und in einen der vielen Eimer springen. Dort müssen Sie täglich vormittags entnommen und auf die Wiese der anderen Straßenseite gebracht werden, wo sie ihre Wanderung zu einem Laichplatz fortsetzen können.
Die derzeitige Wandersaison soll genutzt werden, um das Aufkommen messen und damit die Größe der (noch) vorhandenen Population bestimmen zu können. Auf dieser Grundlage wird es dann möglich zu entscheiden, ob eine alljährliche Wiederholung der recht aufwendigen Maßnahme und der Kauf eines eigenen Krötenschutznetzes Sinn macht.
Wenn Wikinger auf Piraten treffen, dann darf man sowohl auf See als auch auf Land mit erheblichen Turbulenzen rechnen. So auch beim diesjährigen Winterlager, das – wie seit vielen Jahren – auf dem UHU bei Ober-Mörlen stattfand.
Das Eintauchen in eine spannende Spielgeschichte ermöglicht nicht nur vielseitige Aktivitäten, sondern bietet den Raum, den schulischen und familiären Alltag hinter sich und von Phantasien treiben zu lassen.
Damit das ganze Spielgeschehen der Vorstellung vom Piratenleben einigermaßen nahekommt, bedurfte es natürlich einschlägiger Accessoires, die in einzelnen Workshops gefertigt werden konnten, darunter Augenklappen, Schmuck, Piratenfahne, Schatzkarten usw.
Mit ihrer Hoffnung auf weltweiten Frieden sind die Menschen in Mitteleuropa in der jüngeren Vergangenheit auf eine besondere Probe gestellt. Kriege und Krisen gehörten bislang zwar zum globalen Alltag. Dass Krieg und drohende Kriegsgefahr immer stärker in den Lebensraum Europa vorrückt, ist jedoch für mehrere Generationen eine neue Erfahrung. Zudem sind die Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen für die Sicherung des Friedens äußerst begrenzt, um staatlichen Macht- und Herrschaftsinteressen entgegenzutreten.
Dennoch vertrauen die Akteure des Friedenlichts alljährlich auf die Bedeutung der vielen Einzelnen, die sich im Schein des Kerzenlichts solidarisieren und ihren Wunsch nach Frieden bestärken. „Ein Funke Mut“ – so das diesjährige Motto – soll mit dem Licht weitergegeben werden, um zumindest im eigenen Umfeld konsequent gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen soziale Ungerechtigkeit und für unsere Demokratie einzutreten.
Seit über dreißig Jahren verteilen deutsche Pfadfinderinnen und Pfadfinder alljährlich das Friedenslicht aus Bethlehem und sorgen dafür, dass dieses Symbol der Hoffnung auf Frieden an Weihnachten in zahlreichen Kirchengemeinden und Wohnzimmern, Krankenhäusern und Kindergärten, Seniorenheimen, Asylbewerberunterkünften, Rathäusern und Justizvollzugsanstalten leuchtet. Auch wir beteiligen uns regelmäßig an dieser Aktion und holen – häufig bei Kälte, Wind und Schnee – das Friedenslicht mit Petroleumlampen aus der katholischen Kirche in Großen Buseck nach Beuern, wo es als letzte Station beim Weihnachtsgottesdienst für das anschließende Weihnachtsfest in den Familien verteilt wird.
Eine Möglichkeit, Solidarität im Rahmen unserer Möglichkeiten zu verwirklichen, sehen wir in der Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern. Deshalb spenden wir alljährlich den Erlös aus dem Waffelverkauf auf dem Beuerner Adventsmarkt der Gießener „AKTION Perspektiven für junge Menschen und Familien e.V.“, die damit Weihnachtsgeschenke für jene Kinder finanziert, die am Weihnachtsabend nicht auf einen reich bestückten Gabentisch hoffen dürfen. Einen kleinen „Sack voll Geld“ überreichten die Jungen und Mädchen an Elisabeth Guldner vom Vorstand der AKTION, nachdem diese uns ausführlich die Notwendigkeit und Bedeutung sozialer Arbeit für jene Menschen erfahrbar machte, die selten im Licht der Gesellschaft stehen.
Während viele Menschen es sich in den bisherigen Wintermonaten lieber drinnen gemütlich machten, wagten sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder vom Stamm Wikinger Beuern zwei Wochenenden in die frostige Winterlandschaft des Vogelsbergs. Ziel war das Pfadfinder-Blockhaus in Lautertal-Meiches, das von der Gruppe regelmäßig belegt wird. Denn nirgendwo sonst lässt sich nach kurzer Fahrtstrecke der Zivilisation so tiefgreifend entfliehen. Keine Dusche, fließendes Wasser ausschließlich am Bach, Plumpsklo und offener Kamin als zentrale Raumheizung versprechen eine spartanische aber abenteuerlastige Zeit.
Trotz der klirrenden Kälte herrschte nach einer Nacht des Feuerschürens eine warme und familiäre Atmosphäre in der Gruppe, die gemeinsam einfache, aber wohlschmeckende Mahlzeiten kochte und mit Liedern am Feuer für gute Stimmung sorgte. Neben den täglichen Aufgaben im Haus standen auch kreative Aktivitäten auf dem Programm. Beim Basteln von Dekorationen für ihr Stammesheim konnte man sich Aufwärmen, nachdem hinreichend Holz für den offenen Kamin gesammelt oder vorhandenes Brennmaterial aufbereitet wurde. Ebenso wie der Zeitvertreib beim gemeinsamen Spielen tragen derartige Aktivitäten nicht unwesentlich dazu bei, die Erfahrung von und das Gefühl für die Bedeutsamkeit von Gemeinschaft zu erleben.