Mit ihrer Hoffnung auf weltweiten Frieden sind die Menschen in Mitteleuropa in der jüngeren Vergangenheit auf eine besondere Probe gestellt. Kriege und Krisen gehörten bislang zwar zum globalen Alltag. Dass Krieg und drohende Kriegsgefahr immer stärker in den Lebensraum Europa vorrückt, ist jedoch für mehrere Generationen eine neue Erfahrung. Zudem sind die Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen für die Sicherung des Friedens äußerst begrenzt, um staatlichen Macht- und Herrschaftsinteressen entgegenzutreten.

Dennoch vertrauen die Akteure des Friedenlichts alljährlich auf die Bedeutung der vielen Einzelnen, die sich im Schein des Kerzenlichts solidarisieren und ihren Wunsch nach Frieden bestärken. „Ein Funke Mut“ – so das diesjährige Motto – soll mit dem Licht weitergegeben werden, um zumindest im eigenen Umfeld konsequent gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, gegen soziale Ungerechtigkeit und für unsere Demokratie einzutreten.

Seit über dreißig Jahren verteilen deutsche Pfadfinderinnen und Pfadfinder alljährlich das Friedenslicht aus Bethlehem und sorgen dafür, dass dieses Symbol der Hoffnung auf Frieden an Weihnachten in zahlreichen Kirchengemeinden und Wohnzimmern, Krankenhäusern und Kindergärten, Seniorenheimen, Asylbewerberunterkünften, Rathäusern und Justizvollzugsanstalten leuchtet.
Auch wir beteiligen uns regelmäßig an dieser Aktion und holen – häufig bei Kälte, Wind und Schnee – das Friedenslicht mit Petroleumlampen aus der katholischen Kirche in Großen Buseck nach Beuern, wo es als letzte Station beim Weihnachtsgottesdienst für das anschließende Weihnachtsfest in den Familien verteilt wird.

Eine Möglichkeit, Solidarität im Rahmen unserer Möglichkeiten zu verwirklichen, sehen wir in der Unterstützung von sozial benachteiligten Kindern. Deshalb spenden wir alljährlich den Erlös aus dem Waffelverkauf auf dem Beuerner Adventsmarkt der Gießener „AKTION Perspektiven für junge Menschen und Familien e.V.“, die damit Weihnachtsgeschenke für jene Kinder finanziert, die am Weihnachtsabend nicht auf einen reich bestückten Gabentisch hoffen dürfen. Einen kleinen „Sack voll Geld“ überreichten die Jungen und Mädchen an Elisabeth Guldner vom Vorstand der AKTION, nachdem diese uns ausführlich die Notwendigkeit und Bedeutung sozialer Arbeit für jene Menschen erfahrbar machte, die selten im Licht der Gesellschaft stehen.