
Normalerweise haben Eltern bei den Pfadfindern nichts zu suchen. Denn der Reiz des Pfadfindens besteht für Kinder und Jugendliche ja gerade darin, für eine gewisse Zeit der elterlichen Aufsicht entzogen zu sein und die eigenen Angelegenheiten selbst oder mit Freunden gemeinsam zu regeln. Das gilt insbesondere für Fahrten und Lager, bei denen nicht nur Abenteuer und Erlebnisse hinter jeder Ecke lauern, sondern das selbständige Entscheiden und Handeln eine ständige Herausforderung darstellt – ebenso wie das Verkraften von Misserfolgen.
Gleichwohl wollten wir den Eltern einmal Gelegenheit geben, Pfadfinderluft zu schnuppern und dabei einen kleinen Einblick in den Alltag des Gruppenlebens zu gewinnen. Feuer, Wandern, Kennenlernen, Spielen und Zusammenarbeit standen daher im Zentrum eines Familientages, der auf dem Badeplatz veranstaltet wurde. Wer auf eine erholsame Zeit auf dem idyllischen Naturgelände gehofft hatte, wurde recht schnell enttäuscht. Denn nach einem Kennenlernspiel, damit auch die Eltern untereinander wussten, mit wem sie es zu tun haben, wurden mehrere Gruppen gebildet und mit einer Landkarte ausgerüstet. Eine darauf markierte Strecke von ca. sechs Kilometern sollte absolviert und dabei mehrere Stationen angelaufen werden. Letztere hielten vor allem Kooperationsspiele bereit, die nicht nur die Fähigkeit zur Zusammenarbeit herausforderten, sondern ebenso Geschicklichkeit, Kreativität und körperliche Fitness voraussetzten. Nachdem auch jene Gruppe wieder am Badeplatz eintraf, die sich heillos verlaufen hatte, konnte auch der entspannende Teil des Treffens beginnen. Während sich einerseits Gesprächsgrüppchen bildeten oder am Bach gespielt wurde, versuchten andere, ihr Stockbrot am Feuer zu backen.

